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12. August 2017

Allianz: Klimavorreiter darf den Anschluss nicht verlieren


- Aktuelle Untersuchung findet Aktien und Anleihen von Kohlefirmen in Höhe von 241 Mio. USD im Allianz-Portfolio
- Zahlen zeigen, dass Divestment-Entscheidung nur für Eigenanlagen zu kurz greift
- Konkurrent AXA schließt Versicherung für Kohleunternehmen aus und weitet Divestment auf verwaltete Fonds aus

Berlin, 3.8.2017 Vor der Halbjahres-Pressekonferenz der Allianz morgen veröffentlichen urgewald und die Unfriend Coal Koalition ein Briefing  zur Allianz und Kohle.  Für das Briefing hat das Rechercheunternehmen Profundo die Anlagen der Allianz auf Kohleunternehmen untersucht. Geprüft wurden sowohl Anleihen als auch Aktien.

Tatsächlich finden sich noch Anleihen in Höhe von 65 Mio USD etwa der Energieunternehmen RWE, Eskom, CEZ, NTPC und Tauron im Allianz Portfolio. Ebenso Aktien im Wert von knapp 176 Millionen USD, unter anderem von Korea Electric Power Corporation, PGE Polska, CEZ, NTPC und RWE. Die meisten dieser Unternehmen fallen unter den Divestment-Beschluss der Allianz und sind bei Eigenanlagen des Versicherers inzwischen ausgeschlossen. „Die Zahlen zeigen das große Problem, dass der sehr gute Divestment-Beschluss der Allianz nur für die Eigenanlagen gilt. Er greift jedoch nicht für Gelder, die die Allianz für Dritte verwaltet. Solange sich dies nicht ändert, wird das Gesamtportfolio nicht sauber“, urteilt Regine Richter, Energieexpertin von urgewald. Sie verweist auf den Wettbewerber AXA, der im April angekündigt hat, seine Divestment-Kriterien auch auf Fonds anzuwenden, die AXA für Dritte verwaltet, zumindest in Europa.

Das Briefing behandelt zudem die Versicherungsrisiken bei Kohle- und fossilen Unternehmen. In Kalifornien etwa klagen drei Gemeinden wegen des steigenden Meeresspiegels gegen 37 fossile Konzerne, darunter Chevron, BP, ExxonMobil, Shell sowie Peabody Energy, Arch Coal und Rio Tinto. Die Regulierungsbehörde der Bank von England warnt vor dem großen Risiko für Versicherer durch solche Haftungs-Klagen, das zu größeren Verlusten führen könne als Schäden durch Unwetter. Bis 2015 etwa hätten Haftungsklagen gegen Asbestfirmen in den USA zu 85 Milliarden USD Verlusten bei Versicherern geführt.

Urgewald und die Unfriend Coal Koalition fordern von der Allianz, dass sie die Kohle-Unternehmen, die sie als Investor ausschließt, auch nicht mehr versichert. Dies sei eine konsequente Klimapolitik des Versicherers. Auch hier ist die AXA im April vorangeschritten und hat  angekündigt, die Firmen, die sie wegen ihres Kohleanteils im Portfolio ausschließen, künftig nicht mehr zu versichern. „Wenn die Allianz Klimavorreiter bleiben will, muss sie diesen Schritt auch gehen“, so Richter.
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